| Tonto el que lo lea |
LORENZO RIBADAVIA GARCÍA:
“Brennstoff des Westens: Ken Saro-Wiwa”
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Übersetzung vom Spanischen: Katharina Albrecht
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| Tonto el que lo lea. |
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Die Welt erlebte erschüttert die langen Monate, die seit der Verhaftung von Kenule B. Saro-Wiwa im Jahr 1994 bis zu seiner Hinrichtung am 10. November 1995 vergingen. Der 1941 geborene, vielseitige nigerianische Staatsbürger, Schriftsteller, Universitätsdozent, Verwaltungsbeamte und Unternehmer wurde zusammen mit acht seiner Mitstreitern von der Armee seines Landes getötet. Sie wurden mit mehreren Anklagepunkten verurteilt, die sich auf die Verteidigung der ogonischen Bevölkerungsgruppe gegen die von der europäischen Royal Dutch/Shell Group of Companies und der Nigerian National Petroleum Corporation angerichteten Verwüstung beziehen.
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Ken Saro-Wiwa kam im Staat Rivers in Nigeria zur Welt. Er studierte in Umuahia und in Ibadan und arbeitete als Universitätsdozent in Ibadan und Nsukka bis zum Ausbruch des Biafra- Bürgerkrieg 1967. Nachdem er einige Zeit im Erziehungsministerium angestellt war, betätigte er sich ab 1973 als unabhängiger Unternehmer.
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Sein ganzes Leben lang widmete er sich der Literatur und war als Kommentator für Presse, Funk und Fernsehen tätig. Im Jahr 1989 erhielt sein Leben jedoch eine definitive Wende und er ging dazu über sich ausschließ mit der Verteidigung der Rechte der Ogonis zu beschäftigen, zu deren Bevölkerungsgruppe er gehörte. Nachdem im Jahr 1958 der holländische Ölkonzern nach Nigeria gekommen war und sich auf traditionellem Ogoniland niedergelassen hatte, verloren die Ogonis aufgrund der massiven Umweltzerstörung jede Möglichkeit mit ihren produktiven Tätigkeiten fortzufahren, ohne als Ausgleich dafür, in irgendeiner Art vom erzeugten Reichtum der Ölindustrie profitieren zu können.
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Ken Saro-Wiwa begann über die Organisation Movement for the Survival of the Ogoni People (MOSOP) eine Kampagne, die umgehend ein unerwünschtes Echo in der Militärrregierung hervorrief. Die Organisation verfaßte die Ogoni Bill of Rights, in denen sie politische Autonomie innerhalb der Förderation Nigerias und eine gerechte Umverteilung der Ressourcen ihres Gebietes, welches in der eigenen Entwicklung zurückgeblieben ist, forderte. Die politische Kampagne und die Forderung der Organisation, dass die Ölindustrie sofort mit der Entseuchung des Gebietes beginnt, gewinnt an Macht und die erste große Demonstration findet im Januar 1993 statt, wobei kein einzigster Verwundeter verursacht wird. Die Situation spitzte sich zu, sodass Shell sich gezwungen sah, seine Aktivitäten auf dem Ogoniland einzustellen, und Saro-Wiwa wurde im April 1993 bei zwei Gelegenheiten verhaftet. Im Juni desselben Jahres entzieht man ihm den Reisepass um zu verhindern, dass er zum internationalen Treffen der der Bewegungen zur Verteidigung der Menschenrechte nach Wien reist. Am 21. Juni wird er abermals zusammen mit zwei hervortretenden Mitgliedern der MOSOP verhaftet. Daraufhin erklärt Amnesty International ihn zum politischen Häftling und initiiert eine Kampagne zu seiner Freilassung. Einen Monat später legte man sechs Anklagepunkte gegen die drei Gefangen vor, wegen verbotener Vereinigung, Absicht zum Aufstand und der Verbreitung aufrührerischen Materials. Zur selben Zeit erklärte Amnesty International in ihrer Kampagne, dass sie bei der Verteidigung der Ogonis niemals Gebrauch von gewaltverherrlichenden Inhalten gemacht haben.
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Die gewaltsame Repression durch das Heer des Diktators Abacha zwischen dem Sommer 1993 und dem Frühling 1994 endete mit dem Tod Tausender Ogonis, Hunderte von ihnen wurden verhaftet und weitere Tausende verloren ihren Besitz durch Enteignungen. Zusammen mit der Macht die die MOSOP erlangte, kamen die Spaltungen im Innern der Organisation. Daraus resultierte die Ermordung von vier ogonischen Anführern im Verlauf der Unruhen vom Frühling 1994. Saro-Wiwa wurde erneut zusammen mit acht seiner Mitarbeiter verhaftet und unter Ankalge gestellt wegen Beteiligung an den Morden. Ohne Wahrung der Menschenrechte wird er im Februar 1995 von einem Militärgericht verurteilt. Man bildete für den Prozess ein Sondergerichtentsprechend des zweiten Dekrets Civil Disturbances Decree von 1987, welches den Staatschef dazu ermächtigte ein Sondergericht außerhalb der normalen Rechtsverfassung zu gründen, um Fälle im Zusammenhang mit Aufständen und Zivilunruhen zu richten. Dem Gericht musste ein Richter vorstehen und es musste über einen Militäroffizier verfügen. Die Militärregierung bestätigte oder anullierte die Urteile ganz nach ihrem Ermessen und es gab keine Möglichkeit rechtlichen Widerspruch bei einer höheren oder unabhängigen Gerichtsbarkeit einzulegen.
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Trotz der Forderung um Gnade der Organization of African Unity (OUA), der African Comission on Human and People`s Rights, der UNO und anderer Organisationen, sowie von verschiedenen internationalen Führern, zu denen Nelson Mandela zählte, wurde Ken Saro-Wiwa, ausgezeichnet mit dem Umweltpreis Goldman und Kandidat des Friedensnobelpreis, zusammen mit seinen acht Mitarbeitern erhängt. Außer ihm handelte es sich um den ehemaligen Staatsminister von Rivers Barinem Kiobel, den Amnesty International als politischen Häftling ansah, und die anderen sieben als mögliche politische Häftlinge: John Kpuinen, Baribo Bera, Saturday Dobee, Felix Nwate, Nordu Eawa, Paul Levura und Daniel Gbokoo.
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Die im Nigerdelta ansässigen Ölfirmen fungieren als die tatsächlichen Machthaber, kleine Regionalregierungen, und dieselben Maßstäbe die in ihren Ländern zu denen die Gewinne fließen für Sozialverhalten, Wirtschaft und Umwelt gelten, werden auf dem Territorium von Nigeria vergessen. Und das sogar noch nach der Wiedereinführung der bürgerlichen Freiheitsrechte im Jahr 1999. Aufgrund diesem und anderer Geschehnisse nimmt Shell in seine Geschäftsprinzipien Werte, wie Respekt gegenüber den Menschenrechten und Respekt gegenüber der Entwicklung der Völker auf und bestätigte das sie seinerzeit die Regierung zur Intervention des Militärs gedrängt hatten, um die Proteste der Ogonis im Keim zu ersticken.
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Es existierten verschiedene offizielle Aufträge von Shell an die Mobile Police Force, jene düsteren Kräfte der Regierung gegen Aufstände und zur Niederschlagung von Demonstrationen gegen ihre Aktivitäten in dem Gebiet. Ergebnis dieser von Shell beauftragten Niederschlagung waren acht Tote im Jahr 1989, fünfzehn Tote im Jahr 1990, ein Toter und mehrere Dutzend Verwundeter im Jahr 1993 und zahlreiche Festnahmen und Schüsse in die Menge im Jahr 1994.
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Shell beschaffte zwischen 1993 und 1995 der Regierung des Diktators Abacha Waffen. Das Unternehmen rechtfertigte den Waffenverkauf indem sie aufdie Notwendigkeit hinwies, ihre Erdölanlagen verteidigen zu müssen
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Laut dem Bruder von Saro-Wiwa garantierte der damalige amtierende Direktor Brian Anderson von Shell in Nigeria Kens Integrität falls die MOSOP ihre Kampagne beenden würde.
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HAUPTWERKE DES AUTORS KEN SARO WIWA
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· Tambari (1973)
· Tambari in Dukana (1973)
· Songs in a Time of War (poemas) (1985)
· Sozaboy:A novel in rotten english (1985)
· A Forest of Flowers (Relatos) (1986)
· Basi and Company:A Modern African Folktale (1987)
· Prisoners of Jebs (1988)
· Adaku and Other Stories (1989)
· Four Farcial Plays (1989)
· On a Darling Plain : An Account of the Nigerian Civil War (1989)
· Nigeria: The Brink of Disaster (1991)
· Pita´s Bumbrok´s Prison (1991)
· Similia:Essays on Anomic Nigeria (1991)
· The Singing Anthill: Ogoni Folk Tales (1991)
· Genocide in Nigeria:The Ogoni Tragedy (1992)
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